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Landtagswahl in NRW: Katzentöten im Wahlprogramm

11. Mai 2017. Seit knapp zwei Jahren ist es Jägern in NRW verboten, Katzen in Jagdgebieten zu töten. Geregelt wird dieses Verbot seit Mai 2015 im Ökologischen Landesjagdgesetz NRW. Das Katzentötungsverbot wurde seinerzeit durch die rot-grüne Landesregierung vorangetrieben. Für viele nordrhein-westfälische Katzenhalter, die ihren Haustieren Freigang auf dem Land bieten möchten, ist das neue Jagdgesetz eine große Erleichterung. Denn Katzenhalter konnten sich auch bei "hoftreuen" Katzen nie sicher sein, ob ihre Haustiere in eine Lebendfalle eines Jägers gelockt und darin getötet werden. Doch das soll sich nach der Landtagswahl NRW 2017 wieder ändern. Manche Parteien versprechen in ihren Wahlprogrammen, den Jägern das Katzentöten wieder zu erlauben und das Ökologische Jagdgesetz NRW rückgängig zu machen, sollten sie bei der Wahl am Sonntag gewinnen.

CDU und FDP: Beim Katzentöten zeigt sich Einigkeit

CDU und FDP nutzen den Wahlkampf, um gegen Katzen und Katzenhalter Stimmung zu machen. Für den Verein zum Schutz freigehender Katzen aus Münster sind die vorgeschobenen Argumente perfide Wahltaktiken auf Kosten der Tiere. „Trotz mangelnder Studienlage wird der Katze in Europa von den Jägern ein schlechtes Image verpasst. Sie dichten Katzen einen schlechten Ruf an, um ihr Katzentöten zu rechtfertigen“, so ein Sprecher des Vereins. "Dabei gibt es keinen stichfesten Nachweis dafür, dass Katzen im ländlichen Raum die Ursache für den Rückgang der Artenvielfalt oder der Singvogelpopulation sind." Klar sei, dass durch intensive Landwirtschaft den Singvögeln Lebensräume, Brutplätze und ein ausreichendes Nahrungsangebot an Insekten genommen werden. Zudem sollen jährlich Millionen von Singvögeln Vogeljägern im südeuropäischen Raum zum Opfer fallen, wie die Tierschutzorganisation "Komitee gegen den Vogelmord" berichtet.

Das Katzentöten im benachbarten Niedersachsen zeigt das ganze Ausmaß

Welches Leid das Katzentöten durch Jäger verursacht, zeigt der Fall eines Katers im niedersächsischen Emsland. Das Haustier wurde von seinen Haltern nur wenige Meter vom Haus entfernt in einem Jagdgebiet tot aufgefunden. Der Kater wurde höchstwahrscheinlich zunächst in einer Lebendfalle gefangen und anschließend getötet. Selten finden Katzenhalter ihre Haustiere in Jagdgebieten wieder. In den meisten Fällen bleiben sie spurlos verschwunden. Der unklare Verbleib ihrer Haustiere belaste Katzenhalter psychisch sehr stark, da sie nie erfahren würden, was mit ihren Familienmitgliedern passiert ist, betont der Vereinssprecher. Das Tötungsverbot im aktuellen Jagdgesetz in NRW sei einmalig in Deutschland. Es sei unglaublich, dass Parteien wie die CDU und FDP mit der Wiedereinführung des Katzentötens Wahlkampf machten.

FDP-Kandidat Christian Lindner lernt für den Jagdschein

Pünktlich zur Landtagswahl büffelt FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner für die Jägerprüfung und lässt sich dabei auf Twitter und Facebook medial in Szene setzen. Eine Waffe ist auf dem Foto jedoch nicht zu sehen. Denn das könnte bei noch unentschlossenen Wählern schlecht ankommen. Wähler, die bisher nicht wussten, dass "Hege und Pflege" von Jägern mit der Waffe ausgeübt werden.

"Wenn Tiere wählen könnten, würden CDU und FDP am Wahlsonntag von ihnen nicht eine einzige Stimme bekommen. Es liegt an ihren menschlichen Stellvertretern, ihr Stimmrecht bei den Landtagswahlen NRW wahrzunehmen", so der Vereinssprecher. "Wem Tierschutz wirklich am Herzen liegt, für den sind CDU und FDP absolut unwählbar."

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